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Tatsächlich war das Frühstück im Zimmerpreis
enthalten, wenn auch in der bekannten minimalistischen Form.
In England ist es schließlich auch so üblich und
wir sind hier in der englischsprachigen Provinz. Im überwiegend
französischsprachigen Teil von Kamerun ist das Frühstück
nicht im Preis enthalten, genauso wie meist in Frankreich.
Wir gehen gleich nach dem Frühstück schwimmen, das
Wasser hat die richtige Temperatur. Im seichten Wasser bewegt
sich plötzlich ein größeres Tier blitzschnell
unter mir. Ich spüre nur einen kräftigen Schlag
gegen meinen Unterschenkel. Wahrscheinlich ein Rochen oder
so etwas in der Art. Wir verbringen den Vormittag am Strand,
lesen, schwimmen und lassen uns ab und an etwas zu trinken
bringen. Wir haben auch heute das Hotel für uns allein,
wie es scheint. Am Wochenende ist hier sicher mehr los, wenn
die Leute aus Douala hierher kommen. Wir beobachten die Kinder
einer Schulklasse in rosa-schwarzen
Uniformen, welche die kleine Bucht jetzt in Besitz nehmen
und ausgelassen spielen und herumtoben. Nachmittags beschließen
wir, den Botanischen Garten von Limbe zu besuchen. Dort stimmen
sogar die Eintrittspreise mit denen aus unserem "topaktuellen"
Reiseführer überein. Außer ein paar riesigen
und sehr alten tropischen Bäumen gibt es nichts zu sehen.
Der Limbe, ein winziger
Fluss und gleichzeitig Namensgeber der kleinen Stadt, fließt
ebenfalls durch den Park und mündet ein paar hundert
Meter weiter in den Atlantik. Die tropischen Riesenbäume
reichen bis an den Strand heran, was sehr imposant aussieht.
In Limbe wurde die Stadt erst 1983 umbenannt, vorher hieß
sie Victoria. Limbe ist heute das wirtschaftliche Zentrum
der Provinz South West, während Buea die Hauptstadt derselben
ist.
Außer seinen schönen Lavastränden, die ein
wenig außerhalb liegen, hat die Stadt keine weiteren
Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wir verspüren langsam
Hunger, haben seit dem Frühstück nichts mehr zwischen
die Zähne bekommen, mal von einigen Keksen abgesehen.
Wir müssen wieder mal sparen, weil, wie bereits erwähnt,
unser Bargeld sich dem Ende zuneigt. Wir laufen dieses Mal
in das "Rattenrestaurant" (Snackbar Mars) und bestellen
genau das gleiche Essen wie einen Tag zuvor. Der Kellner von
gestern begrüßt uns freudig, heute findet auch
kein Fußballspiel statt. Im Garten des Restaurants sitzen
ein paar schwarze Geschäftsleute und ein alter Engländer.
Da es ziemlich windig ist, kommt er zu uns herüber und
zündet sich im Windschatten unseres kleinen halbverfallenen
Pavillons zwei Mal seine Zigarette an und dankt lächelnd
für die erwiesene "Gastfreundschaft". Er sitzt
abends oft hier, genießt den Blick über die Bucht
und die vorgelagerten Inseln, wartet auf den Sonnenuntergang.
Auf dem Weg zurück in die Stadt besuchen wir noch einen
Handwerksladen einer hier ansässigen Kooperative. Es
gibt sehr schöne, originelle Stücke, Michael kauft
sich eine Kalebasse. Im Zentrum der Stadt angekommen kaufen
wir in einer Art Supermarkt ein paar Kleinigkeiten ein.
Seltsam, wie schnell man mit einer solch geringen Auswahl
klarkommt, regelrecht froh ist, das Gesuchte überhaupt
zu bekommen. Kein Vergleich mit den überquellenden Supermärkten
bei uns in Europa. In solchen Momenten wird mir immer wieder
klar, wie privilegiert man doch meist als Bewohner der westlichen
Welt ist. Trotzdem sind viele Leute mit dem, was sie haben,
meist unzufrieden, wollen immer das Neueste und Beste besitzen.
Wir stoppen ein Taxi, der Fahrer verlangt horrende 2.000 CFA.
Wir lachen ihn aus, gehen weiter. Sehr schnell lenkt er ein
- 400 CFA. Na also! Weiße Touristen werden eben immer
gemolken bzw. es wird erst einmal versucht. Verstehen und
nachvollziehen kann ich das schon. Sicher würde ich es
als Schwarzer mit geringem Einkommen auch versuchen. Keine
Frage. Auf dem Weg zum Hotel sehen wir, wie einige Taxifahrer
ihre steinalten Toyota's im Limbe waschen. Das Schreiben des
Tagebuches geht heute schnell von der Hand - ist ja auch nicht
sonderlich viel passiert. Wir sind die letzten zwei Tage ja
auch zur Erholung hierher gekommen.
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