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20. Tag, Dienstag, 05.02.2002 Limbe

Tatsächlich war das Frühstück im Zimmerpreis enthalten, wenn auch in der bekannten minimalistischen Form. In England ist es schließlich auch so üblich und wir sind hier in der englischsprachigen Provinz. Im überwiegend französischsprachigen Teil von Kamerun ist das Frühstück nicht im Preis enthalten, genauso wie meist in Frankreich. Wir gehen gleich nach dem Frühstück schwimmen, das Wasser hat die richtige Temperatur. Im seichten Wasser bewegt sich plötzlich ein größeres Tier blitzschnell unter mir. Ich spüre nur einen kräftigen Schlag gegen meinen Unterschenkel. Wahrscheinlich ein Rochen oder so etwas in der Art. Wir verbringen den Vormittag am Strand, lesen, schwimmen und lassen uns ab und an etwas zu trinken bringen. Wir haben auch heute das Hotel für uns allein, wie es scheint. Am Wochenende ist hier sicher mehr los, wenn die Leute aus Douala hierher kommen. Wir beobachten die Kinder einer Schulklasse in rosa-schwarzen Uniformen, welche die kleine Bucht jetzt in Besitz nehmen und ausgelassen spielen und herumtoben. Nachmittags beschließen wir, den Botanischen Garten von Limbe zu besuchen. Dort stimmen sogar die Eintrittspreise mit denen aus unserem "topaktuellen" Reiseführer überein. Außer ein paar riesigen und sehr alten tropischen Bäumen gibt es nichts zu sehen. Der Limbe, ein winziger Fluss und gleichzeitig Namensgeber der kleinen Stadt, fließt ebenfalls durch den Park und mündet ein paar hundert Meter weiter in den Atlantik. Die tropischen Riesenbäume reichen bis an den Strand heran, was sehr imposant aussieht. In Limbe wurde die Stadt erst 1983 umbenannt, vorher hieß sie Victoria. Limbe ist heute das wirtschaftliche Zentrum der Provinz South West, während Buea die Hauptstadt derselben ist.

Außer seinen schönen Lavastränden, die ein wenig außerhalb liegen, hat die Stadt keine weiteren Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wir verspüren langsam Hunger, haben seit dem Frühstück nichts mehr zwischen die Zähne bekommen, mal von einigen Keksen abgesehen. Wir müssen wieder mal sparen, weil, wie bereits erwähnt, unser Bargeld sich dem Ende zuneigt. Wir laufen dieses Mal in das "Rattenrestaurant" (Snackbar Mars) und bestellen genau das gleiche Essen wie einen Tag zuvor. Der Kellner von gestern begrüßt uns freudig, heute findet auch kein Fußballspiel statt. Im Garten des Restaurants sitzen ein paar schwarze Geschäftsleute und ein alter Engländer. Da es ziemlich windig ist, kommt er zu uns herüber und zündet sich im Windschatten unseres kleinen halbverfallenen Pavillons zwei Mal seine Zigarette an und dankt lächelnd für die erwiesene "Gastfreundschaft". Er sitzt abends oft hier, genießt den Blick über die Bucht und die vorgelagerten Inseln, wartet auf den Sonnenuntergang. Auf dem Weg zurück in die Stadt besuchen wir noch einen Handwerksladen einer hier ansässigen Kooperative. Es gibt sehr schöne, originelle Stücke, Michael kauft sich eine Kalebasse. Im Zentrum der Stadt angekommen kaufen wir in einer Art Supermarkt ein paar Kleinigkeiten ein.

Seltsam, wie schnell man mit einer solch geringen Auswahl klarkommt, regelrecht froh ist, das Gesuchte überhaupt zu bekommen. Kein Vergleich mit den überquellenden Supermärkten bei uns in Europa. In solchen Momenten wird mir immer wieder klar, wie privilegiert man doch meist als Bewohner der westlichen Welt ist. Trotzdem sind viele Leute mit dem, was sie haben, meist unzufrieden, wollen immer das Neueste und Beste besitzen. Wir stoppen ein Taxi, der Fahrer verlangt horrende 2.000 CFA. Wir lachen ihn aus, gehen weiter. Sehr schnell lenkt er ein - 400 CFA. Na also! Weiße Touristen werden eben immer gemolken bzw. es wird erst einmal versucht. Verstehen und nachvollziehen kann ich das schon. Sicher würde ich es als Schwarzer mit geringem Einkommen auch versuchen. Keine Frage. Auf dem Weg zum Hotel sehen wir, wie einige Taxifahrer ihre steinalten Toyota's im Limbe waschen. Das Schreiben des Tagebuches geht heute schnell von der Hand - ist ja auch nicht sonderlich viel passiert. Wir sind die letzten zwei Tage ja auch zur Erholung hierher gekommen.

 
     
 
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