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21. Tag, Mittwoch, 06.02.2002 Limbe - Douala

Unser karges Frühstück werten wir heute mit einem dänischen Corned Beef aus der Büchse auf. Die hübsche Kellnerin scheint ein wenig enttäuscht zu sein, da wir wieder keine aufpreispflichtigen AddOn's wie Omelette etc. ordern. Unser heutiges Ziel ist der Ausgangspunkt unserer spannenden Reise durch Kamerun: die Seemannsmission in Douala - schon fast unsere Home Base. Aber vor der Abreise gehe ich noch einmal in der Bucht spazieren. Die Kinder der Grundschule mit ihren rosa-schwarzen Uniformen sind auch wieder da, toben genauso ausgelassen wie gestern herum. Die Grundschule und der Kindergarten befinden sich gegenüber dem Hotel in einer ärmlichen Bretterbaracke. Einige Kinder schauen auf meine schneeweißen Beine, die sich deutlich vom schwarzen Lavasand abheben. Andere werfen Flaschen hinaus ins Meer und warten darauf, dass dieselben wieder an Land gespült werden. Wieder andere Kinder füllen Flaschen mit Sand oder Wasser und schleppen sie irgendwo hin. Zwei kleine Jungen, die keine Schuluniform tragen, fahren mit einem winzigen Einbaum hinaus aufs Meer. Weiter draußen ist ein großes Fischerboot fest vertäut.

Gegen Mittag verlassen wir das Hotel. Weit und breit kein Taxi zu sehen. Die Kinder der Grundschule gegenüber pressen ihre kleinen Gesichter durch die Streben des Holzzaunes und rufen lachend "Hello Mr. white man!" herüber. Wir winken ihnen zu und sie freuen sich ausgelassen darüber. Ein junger Mann sagt uns, dass heute bis Mittag keine Taxis fahren. Warum das so ist, verstehen wir leider nicht. Ein halber Feiertag? Streik? Schließlich kommt ein Taxi aus der Gegenrichtung und wendet. 1.000 CFA bis zum Buschtaxi-Bahnhof! Feilschen ist hier zwecklos, der Fahrer weiß, dass er zur Zeit unsere einzige Chance ist. Michael bekommt noch eine junge Frau auf den Beifahrersitz gequetscht. Ich sitze hinten mit einem Soldaten und dem jungen Mann, der vorhin mit uns auf das Taxi gewartet hatte. Die Fahrt geht quer durch Limbe, vorbei an einer langen Schlange parkender Taxis links und rechts der Straße. Den Grund hierfür bekommen wir leider immer noch nicht mit. Am Buschtaxistand angekommen lösen wir zwei Fahrkarten, reservieren 2 vordere Plätze mit den Daypacks und warten noch ca. 45 Minuten bis zur Abfahrt. Die Rückfahrt verläuft wie gehabt: Händler, Maut und Kontrollen. Kurz vor Douala wird der alte Toyota-Kleinbus gleich viermal angehalten. Schließlich ist es wieder mal geschafft, das Buschtaxi hält wieder weit draußen in den Vororten bzw. Slums von Douala. Wir nehmen ein Taxi und fahren direkt in die Seemannsmission, in der wir glücklicherweise bei unserer Ankunft für heute reserviert hatten. Posselts, das hilfsbereite Pfarrerehepaar der Mission, ist noch unterwegs. Sie waren ein paar Tage in Limbe zum Ausspannen und Angeln und kommen heute zurück.

Wir wollen Johanna bitten, noch einmal mit uns Geld zu tauschen. Wir springen bei diesem feuchtheißen Klima in Douala sofort in den Pool der Mission, ziehen ein paar Bahnen. Gegen Abend kommen die beiden dann aus Limbe zurück. Johanna erklärt sich bereit, mit uns erneut Geld zu tauschen. Wir wollen morgen noch ein paar Masken oder ähnliches Kunsthandwerk auf einem der zahlreichen Märkte in Douala erstehen. Wir suchen eilig ein Internet-Office auf. Ich überweise den von uns gewünschten Betrag in Euro auf das Konto der Mission. Leider ist man hier nicht in der Lage, einen Screen Dump auszudrucken. Den benötige ich aber, um Johanna einen Nachweis geben zu können, dass ich das Geld überwiesen habe. Schade, müssen wir morgen in ein anderes Internet-Office gehen. Da es schon dunkel ist und wir Hunger haben, gehen wir zu einem Griechen, wahrscheinlich dem einzigen in ganz Kamerun.

Das Lokal besteht aus einer großen Fläche mit Plastikstühlen, die teilweise überdacht ist und sich gegenüber dem Akwa Palace befindet, dem teuersten Hotel der Stadt. Hier sind fast nur Weiße zu sehen: Geschäftsleute, Flugpersonal, Seeleute etc. Überall schwarze Kellner, an der Bar ein Grieche. Etwas abseits sitzen einheimische Mädchen bei einer Cola herum, sicher warten sie auf "reiche" Verehrer. Das Lokal scheint aber trotzdem eine gute Adresse zu sein, ist gut besucht und das Essen schmeckt. Wir laufen etwa einen km durch die Stadt zurück zur Seemannsmission, was eigentlich ziemlicher Leichtsinn ist. Das Lokal der Mission ist wieder sehr gut besucht - vor dem Gebäude stehen eine Menge großer Geländewagen herum. Vier Sicherheitskräfte sind vor dem Tor postiert, begrüßen uns freundlich. Wir trinken noch eine Cola und schreiben Tagebuch. Müde fallen wir in die Betten. Morgen ist unser letzter Tag in Douala, der letzte Tag in Kamerun. Traurigkeit macht sich breit - es gibt hier noch soviel zu entdecken...

 
     
 
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