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Unser karges Frühstück werten wir heute mit einem
dänischen Corned Beef aus der Büchse auf. Die hübsche
Kellnerin scheint ein wenig enttäuscht zu sein, da wir
wieder keine aufpreispflichtigen AddOn's wie Omelette etc.
ordern. Unser heutiges Ziel ist der Ausgangspunkt unserer
spannenden Reise durch Kamerun: die Seemannsmission in Douala
- schon fast unsere Home Base. Aber vor der Abreise gehe ich
noch einmal in der Bucht spazieren. Die Kinder der Grundschule
mit ihren rosa-schwarzen Uniformen sind auch wieder da, toben
genauso ausgelassen wie gestern herum. Die Grundschule und
der Kindergarten befinden sich gegenüber dem Hotel in
einer ärmlichen Bretterbaracke. Einige Kinder schauen
auf meine schneeweißen Beine, die sich deutlich vom
schwarzen Lavasand abheben. Andere werfen Flaschen hinaus
ins Meer und warten darauf, dass dieselben wieder an Land
gespült werden. Wieder andere Kinder füllen Flaschen
mit Sand oder Wasser und schleppen sie irgendwo hin. Zwei
kleine Jungen, die keine Schuluniform tragen, fahren mit einem
winzigen Einbaum hinaus aufs Meer. Weiter draußen ist
ein großes Fischerboot fest vertäut.
Gegen Mittag verlassen wir das Hotel. Weit und breit kein
Taxi zu sehen. Die Kinder der Grundschule gegenüber pressen
ihre kleinen Gesichter durch die Streben des Holzzaunes und
rufen lachend "Hello Mr. white man!" herüber.
Wir winken ihnen zu und sie freuen sich ausgelassen darüber.
Ein junger Mann sagt uns, dass heute bis Mittag keine Taxis
fahren. Warum das so ist, verstehen wir leider nicht. Ein
halber Feiertag? Streik? Schließlich kommt ein Taxi
aus der Gegenrichtung und wendet. 1.000 CFA bis zum Buschtaxi-Bahnhof!
Feilschen ist hier zwecklos, der Fahrer weiß, dass er
zur Zeit unsere einzige Chance ist. Michael bekommt noch eine
junge Frau auf den Beifahrersitz gequetscht. Ich sitze hinten
mit einem Soldaten und dem jungen Mann, der vorhin mit uns
auf das Taxi gewartet hatte. Die Fahrt geht quer durch Limbe,
vorbei an einer langen Schlange parkender Taxis links und
rechts der Straße. Den Grund hierfür bekommen wir
leider immer noch nicht mit. Am Buschtaxistand
angekommen lösen wir zwei Fahrkarten, reservieren 2 vordere
Plätze mit den Daypacks und warten noch ca. 45 Minuten
bis zur Abfahrt. Die Rückfahrt verläuft wie gehabt:
Händler, Maut und Kontrollen. Kurz vor Douala wird der
alte Toyota-Kleinbus gleich viermal angehalten. Schließlich
ist es wieder mal geschafft, das Buschtaxi hält wieder
weit draußen in den Vororten bzw. Slums von Douala.
Wir nehmen ein Taxi und fahren direkt in die Seemannsmission,
in der wir glücklicherweise bei unserer Ankunft für
heute reserviert hatten. Posselts, das hilfsbereite Pfarrerehepaar
der Mission, ist noch unterwegs. Sie waren ein paar Tage in
Limbe zum Ausspannen und Angeln und kommen heute zurück.
Wir wollen Johanna bitten, noch einmal mit uns Geld zu tauschen.
Wir springen bei diesem feuchtheißen Klima in Douala
sofort in den Pool der Mission, ziehen ein paar Bahnen. Gegen
Abend kommen die beiden dann aus Limbe zurück. Johanna
erklärt sich bereit, mit uns erneut Geld zu tauschen.
Wir wollen morgen noch ein paar Masken oder ähnliches
Kunsthandwerk auf einem der zahlreichen Märkte in Douala
erstehen. Wir suchen eilig ein Internet-Office auf. Ich überweise
den von uns gewünschten Betrag in Euro auf das Konto
der Mission. Leider ist man hier nicht in der Lage, einen
Screen Dump auszudrucken. Den benötige ich aber, um Johanna
einen Nachweis geben zu können, dass ich das Geld überwiesen
habe. Schade, müssen wir morgen in ein anderes Internet-Office
gehen. Da es schon dunkel ist und wir Hunger haben, gehen
wir zu einem Griechen, wahrscheinlich dem einzigen in ganz
Kamerun.
Das Lokal besteht aus einer großen Fläche mit Plastikstühlen,
die teilweise überdacht ist und sich gegenüber dem
Akwa Palace befindet, dem teuersten Hotel der Stadt. Hier
sind fast nur Weiße zu sehen: Geschäftsleute, Flugpersonal,
Seeleute etc. Überall schwarze Kellner, an der Bar ein
Grieche. Etwas abseits sitzen einheimische Mädchen bei
einer Cola herum, sicher warten sie auf "reiche"
Verehrer. Das Lokal scheint aber trotzdem eine gute Adresse
zu sein, ist gut besucht und das Essen schmeckt. Wir laufen
etwa einen km durch die Stadt zurück zur Seemannsmission,
was eigentlich ziemlicher Leichtsinn ist. Das Lokal der Mission
ist wieder sehr gut besucht - vor dem Gebäude stehen
eine Menge großer Geländewagen herum. Vier Sicherheitskräfte
sind vor dem Tor postiert, begrüßen uns freundlich.
Wir trinken noch eine Cola und schreiben Tagebuch. Müde
fallen wir in die Betten. Morgen ist unser letzter Tag in
Douala, der letzte Tag in Kamerun. Traurigkeit macht sich
breit - es gibt hier noch soviel zu entdecken...
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